Lyrik


Neuerscheinung 2025

"Manchmal habe ich Angst", Gedicht, in: Gespräche über Bäume. Gedichte zur Demokratie. Kröner Edition Klöpfer, 2025, S. 68:

Manchmal habe ich Angst

Schütze mein Gesicht
vor den Gedanken
der anderen
die mit Zeitgeist spucken
kleben dir Zeitenwende
ans Hemd das ein
Totenhemd wird

Ungefragt
nehmen sie deine Zeit
und stecken sie in
die Waschmaschine
der Meinungsmache
herauskommt
mainstream
sie sagen
du bist einverstanden

und schon schreiben
Historiker Bücher



2024

Im Zusammenhang mit der von Jenny Schon kuratierten Ausstellung in der GEDOK-Galerie, Berlin,
"Frauen und Bäume" ist erschienen:
"BaumGespräche", Lyrik, Geest Verlag, Nov. 2024.
Illustrationen von Bettina Griepentrog-Wiesner und Jana Wiesner.


2023


Wattwurmgeflüster,
Nordseeliteratur aus dem Landschreiber-Wettbewerb, Verlag Auf der Warft, 2023, darin die Gedichte:
Zeitgeist, Deichblick.

Deichblick

Am Deich gesessen
Wind bewegt
mich nach Spiekeroog geträumt
zu den weißen Dünen

Den Schwalben
Auftrieb gegeben
als sie flogen
an meine Wand
aus Widerstand
gegen Nähe

Mutterschafe blöken
auf dem Deichkamm
ihre Jungen huschen
durch hohes Sommergras
wilde Margeritten und
Butterblumen
erinnern an Kindheit

Im Kutterhafen
ein Fischbrötchen gegessen
für die Krabben
kam ich zu spät, oft

zu spät gekommen
und vom Leben
bestraft – auch
der weite Blick
aufs graue Meer
kann nicht trügen
ich muß zurück
in den Alltag


Wir sprechen vom Wasser,

Gedichte und Geschichten, GEDOK e.V.,
projektverlag; darin die Gedichte:
Spielregeln, Kindheit, Pfaueninsel, Eisenhimmel, Komisch, Totentanz, Wiederholung.

Pfaueninsel

Lautlos gleitet der schwan
Die havel liegt still
Der schrille schrei des pfaus
Lockt die eitlen
Mit ihrem übermaß
Sitzen sie auf dem hohen ross

Ich werfe anker weit weg
Angstfrei vor zweiflern
Die Corona herunterspielen
Finde ich schutz
In den schilfoasen

Pfeilschnell sticht
Der kormoran
In die spiegelfläche des
Wassers unbekümmert
Frisst er seine beute
Auch er hinterlässt
Spuren der zerstörung

Einst asyl für wilde tiere
Dem könig geschenkt
Verirren wildschweine sich
Auf die pfaueninsel
Und flaneure
Hinterlassen abdrücke
Im moorigen boden
Am kiosk duftet der kaffee

Es ist eine kleine atempause
Kein handy
keine nachrichtenstation
Der graureiher steht
Stundenlang auf einem bein
Sich zu entspannen
Das missversteht der frosch

Abendsonne fällt
Auf die havel
Bleicht die rinde der kiefern
Die wellen der boote irisieren
Mücken tanzen
Von Peter und Paul erklingen
Alte preußische weisen
Das Angelusläuten kündet
Die abendstunde
Zuhause überfallen mich
Die neuen Coronazahlen…


2022




 

Rezension zu Jenny Schon: Zukunft atmen Lyrik, Geest Verlag, Vechta, 2022:

Die Lyrikerin beobachtet das aktuelle Geschehen mit wachem Blick. Ihr Ohr haftet stets am Puls der Zeit, um zu hören, wie sich der Rhythmus des Lebens, die Einstellungen der Menschen, die Entscheidungen der Politik sowie die alltäglichen und natürlichen Lebensgrundlagen der Menschen wandeln. Sie thematisiert die wiederkehrenden großen Fragen der Menschheit von Geburt, Liebe, Tod und Vergänglichkeit. Berlin ist die Stadt, mit der Jenny Schon verwachsen ist, sie kennt ihre Geschichte, ihre Baukultur und die Persönlichkeiten, die das Kulturund Geistesleben der Stadt geprägt haben. Ihr persönliches Anliegen ist „Buchstabensammeln… für… Flammenzungen… die die Welt verzaubern“ (Schon, S. 15). Ihr Sein ist eng verzahnt mit dem Wachsen und Vergehen in der Natur - das Zusammenspiel von Mensch und Natur als ewig wiederkehrendes facettenreiches Phänomen „…der Himmel malt die Kaligraphie des Lebens…“; (Schon, S. 34) „Barfuß über den Raureif…Ein letztes Jauchzen… Der Winter steht hinter der Elbe… (Schon, S. 38); „Eine Kiefer pflanzen“ (Schon, S. 16); „ich wünschte mir einen baum der gesund wachsen kann unter den ich eine bank stellte…“ (Schon, S. 62); „Die geräusche des waldes Sind in meinem herzen Einsam hockt der Kuckuck ohne Nachwuchs…“ (Schon, S. 61); „Pfaueninsel… Lautlos gleitet der schwan Die Havel liegt still… ich werfe anker weit…“ (Schon, S.72); „Stille am See Der Mensch wird auch still Hier wird Staunen gelehrt…; (Schon, S. 146) Der Kreislauf der Natur ist für die Dichterin eng verwoben mit dem eigenen Lebenszyklus „…letzte Sonne… fällt in den Abend… Noch mal ein Himmelsblick aus Kiefernholz wird mein Sarg sein…“ (Schon, S. 95). Die Klimakrise und den Raubbau an der Natur nimmt die Dichterin ernst: „Mexiko… du denkst an verdorrte Gräser… schon lange keine ernte… wir sind in der märkischen Heide…“. (Schon, S. 86) „…Überall Baustellen… die Wälder verlieren ihr Zusammenspiel…“ (Schon, S. 27); Naturgewalten sind besonders für Kinder beeindruckend „…Schwarze Zungen am Himmel treiben die Kinder ins Haus…“. Sie können für die Menschen zur Bedrohung werden. „…hatte samen in die erde gelegt den himmel umarmt und liebe geerntet der kleine garten ist vernichtet…“ (Schon, S.102). Gleichzeitig lebt sie in stetiger Auseinandersetzung mit ihren Dichtervorbildern, Künstlern und markanten Persönlichkeiten. Angefangen von der Hommage an Ovid „Aus der Zeit / Tempora / Ovid… Was bin ich Außer diesem Häufchen Schuppen… Worte könnten es sein Die mit letzter Kraft Den Garten erblühen lassen…“ (Schon, S. 44); „Mozartrequiem… Nachtvogel du flieg Requiem für eine verlorene Seele Saiten in Himmelsgold verzaubert…“ (Schon, S. 63); „Schweigegewitter Rainer Maria Rilke… nur der dichter kennt die Sehnsucht in den Zwischentönen kennt das Augenlicht der Kieselsteine im Bach…“ (Schon, S. 115); Um es mit den Worten Martin Luthers zu sagen, dem Volk aufs Maul schauen – Jenny Schon beobachtet mit Bedauern die wachsende Zahl von Anglizismen in der deutschen Sprache: „…Far fromm e ten thousand years later es wird nur noch Englisch gesprochen…“ (Schon, S. 100). Sie plädiert für flächendeckende Bildung, um „die Dummheit zu besiegen… Man hätte in jeder Kreisstadt Universitäten bauen müssen…“ (Schon, S. 104). „Rose, du…“ (Schon, S. 20) kommt als Jahreszeitengedicht in Form einer Litanei daher. Wie im Volkglauben wird Maria gepriesen als „Rose unter den Weibern… Weiße Lilie du Braut Gottes… Akeleie du schöne Taube Des Friedens…Zitenlose… Feldblume… Im blauen Mantel der Kornblume…“. Liebe kann zärtlich, hingebungsvoll und fordernd sein „…lebendig in deinen armen leuchtfeuer…“ (Schon, S. 84); „…Dein Streicheln Ein feiner Luftzug Küsse mich Jetzt…“; (Schon, S. 118). Selbstkritik gehört zu den Leben mit Höhen und Tiefen eines gelingenden Lebens – „…ich habe es nicht geschafft, mich als Mensch zu überwinden…“ (Schon, S. 23). Auch Bilanz ziehen, dient der Selbstvergewisserung. „Sprachgitter Für Paul Celan… Zerrissene Wortfetzen auf der Baustelle meines Lebens… im Archiv Lagern die Trümmer Des Gewissens und viele suchen Schutz aus Scham… Ich war zu jung Ich wollte neu anfangen… Ich wurde aufsässig Raffte die Buchstaben Und schritt zur Gegenwehr Aber ich war unerfahren und hatte falsche Verbündete… Ich setzte Ableger in den Garten der Worte Ließ dem Wuchs freien Lauf und entfernte das Gitter Der Fremdheit Dann konnte Ich schreiben in der Sprache Der Herzen“ (Schon, S. 58/9) Aufmerksam beobachtet die Autorin die Beeinträchtigungen des Alltagslebens durch die Corona Pandemie Heute beginnt die Zukunft „…Wann ich wieder ins Museum darf… den duft der bilder ihre Strahlkraft erleben… das zauberwort storniert die wirksamkeit meiner impfung…“ (Schon, S. 36) „De brevitate vitae … Corona lehrt uns, dass das Leben ist kurz Angefallen vom Winzling Aus und vorbei… Wir wollen im Café sitzen Ins Theater gehen kleine Alltagsfreuden genießen…“ (Schon, S. 48); „Eine Welt auf Abstand… Höchste Fallzahlen Täglich die Unvernunft Der Maskengegner… Einsamer Abschiedskampf…“; (Schon, S. 87); „Summertime… and the living is easy… Corona hat die sinne verändert und die zeitvorstellung Es gibt coronaunterzeiten und coronaaufzeiten… Welch ein trost“ (Schon, S. 71); „…Zweiter Coronawinter… Zuhören ohne zuzuhören… Ich sein zu können Und keine Statistik Mit impfkurven und Booster…“; (Schon, S. 123) „…Die virologen klagen Politiker drohen und die einzelhändler jmmern… In Afrika gibt es kaum Vaccine…“. (Schon, S. 125) In den Corona Pausen heißt es dann „Endlich wieder Kaffeeklatsch“. (Schon, S. 96-98) Dabei kann ein Lächeln die Welt verändern „Lachen und Lächeln und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel Gutes in den Menschen hineinrutschen kann.“ (Zitat von Christian Morgenstern, Schon, S. 50) Berlin ist die Wahlheimat von Jenny Schon. Sie schätzt die Vielfalt des kulturellen Angebots, das Verweilen im Café, die grünen Inseln und die Geschichten und Plätze aus dem alten Berlin. „Gendarmenmarkt… Gens d’armes… Gemüsebeet… Mittelmarkt… Märzrevolution… Die feine Gesellschaft… geht Abends ins Theater Unter ihnen Fontane… Es wurde wieder aufgebaut Die Schönheit hat das Sagen Aber das Flair fehlt…“ (Schon, S. 64/5) Handel spielt im alltäglichen Leben seit alten Zeiten eine wichtige Rolle, egal wie der Name des Marktes lautet: „…mercatus, marcat, Bazar, Soko, market… überall sind Menschen, die handeln, austauschen, vergleichen…“ (Schon, S. 37) Mit dem Gedicht „Staub 11.09.2001“ setzt die Dichterin den Zwillingstürmen ein Denkmal „…zwei Türme bersten, schmelzende Eisenträger…fingernägel in graupelschauern…DNS-ketten entzifferbar im staub…“. Den Terror Opfern vom Breitscheidt Platz Berlin 2017 gelten „…zwölf minuten für zwölf tote jeder glockenschlag ein herzschlag… 19. Dezember 2021… Dreizehn Glockenklänge ertönen Und ein weiterer Name wird eingraviert…“. (Schon, S. 128) Die Würde, die Unversehrtheit und das Selbstbestimmungsrecht der Frauen zu verteidigen, ist Lebensaufgabe von Jenny Schon. . Sie erhebt ihre Stimme gegen die Unterdrückung der Frauen weltweit. „Tahir-Platz – Platz der Befreiung – 2011 … Männer haben den Platz geschaffen sich zu befreien… Sie haben die Freiheit Aus der Menge Eine Frau zu zerren …Schleifen sie über den Asphalt…“ (Schon, S. 41); „Patriarchat… Frei waren sie Studierten und lachten In den Cafés die Frauen… war Kabul eine weltoffene Stadt Unverheiratete Frauen werden nun einkassiert Als Beute wie Vieh… Die alten Schriften verhießen zehn Plagen eine davon ist das Patriarchat…“ (Schon, S. 106) Kritisch hinterfragt die Dichterin die „Spielregeln“ (Schon, S. 76/7) der Kinder „…spielt nicht mit den grünen roten…“. Wenn man diese Zeilen liest, fällt es einem schwer, nicht an die aktuelle festgefahrene Diskurskultur zu denken. In dem Text „Aufklärung andersherum“ (Schon, S. 140/1) moniert die Dichterin den dirigistischen Umgang mit Wissen „Als kind alles wissen In museen gehen Jeden Sonntag Die welt stand offen… Heute meine schritte Wieder nur ins museum Ich werde nicht neugierig gemacht Ich werde belehrt Ich muss den Kopf Verdrehen und darf lesen… Eingeborene… exotisch sind unerwünschte wörter jetzt – noch nicht so arg wie das N-Wort…“. In dem Gedicht „Brot und Liebe“ (Schon, S. 92) fragt die Dichterin nach der wahnsinnigen Sucht des Menschen zur Zerstörung, die sich besonders in kriegerischen Handlungen äußert. „Krieg… kommt auf leisen Sohlen… Der Feind war bekannt vom Letzten Jahr…“; (Schon, S. 127) „Es ist wieder da Dieses schrecklichste aller Wörter Krieg…“; (Schon, S. 133) „Friedfertig ist das keimen Der natur… Aus winzlingen wird Leben es ist krieg Geliebte amsel die Menschen hören nicht Dein lied…“; (Schon, S. 138) „…panzer hier Ein kanönchen dort… Ich kenne diese Bilder Ich war in Dresden Neunzehnhundertfünfundvierzig im Brandleichengeruch… Der Mütter Reißt Eure Söhne von den Waffen Frauen Seid nicht stolz Auf die Sieger“; (Schon, S. 176/7) „…Ich schreibe über den Krieg noch immer dass er aufhörte für immer wenn wir uns küssen…“; (Schon, S. 113) Wachsam schildert die Dichterin, was sie zum Jahreswechsel registriert: „Gorleben ist außer Gefecht… Brokdorf wird abgeschaltet… Aber die Energieerzeugung ist nicht besser geworden… Windkraftwerke… Sind keine Alternative auch nicht Mais, Raps und Sonnenblumen Das sind Nahrungsmittel Millionen Menschen hungern weltweit… Auch Holzeinschlag ist keine Alternative… Wir brauchen die Wälder für Reine Luft… Frauen Dürfen in Arabien Auto fahren… In Afghanistan aber nicht studieren… Außerhalb des Hauses keinen Arbeitsplatz haben müssen sich unsichtbar machen… Bei uns… Dürfen die Frauen Nachrichten Sprechen In Hosen Kanzlerin sein… Was Frauen bei uns nicht dürfen Wenn sie weiß sind: schwarzamerikanische Dichterin Übersetzen…“ (Schon, S. 130-132) Erinnerungen bilden das Korsett unserer gelebten Erfahrungen - „Auf der Erinnerungsbank… Sitze ich um zu spüren, was ich geliebt…“ (Schon, S. 29); „Sag mir wo die blumen sind… Oh flower power Warum ist deine Geschichte nicht wahr Geworden mit blumen Gegen panzer Gegen krieg…“ (Schon, S. 136); „Am Meer bei Pula Dem Cellisten Stjepan Hauser gewidmet… Sie ziehen In den Himmel Boote mit den Klängen Deines Cello Seelenfreund…“; (Schon, S. 99) „…Ich werfe Steinchen Über die Spiegelfläche Ihre Kreise holen Sie mir zurück Diese Bilder Der Kindheit Eine winzige Sekunde Der Ewigkeit“ (Schon, S. 174) Endlichkeit ist ein Thema das immer wiederkehrt. „…Es kommt die Zeit…Endlichkeit mich zu greifen…“; (Schon, S. 26) „…Ich habe Meinen Sarg bestellt Aus märkisch Kiefer…“; (Schon, S. 56) „…das meer ist unendlich und der wahre Mensch unsterblich“. (Schon, S. S. 34) Freiheit - wie könnte man sie schöner träumen als die Dichterin? „ … der leichte flug des mauersegler zaubert mir freiheit vor die füße dass ich schwebe…“ (Schon, S. 172) Die Sprache von Jenny Schon kommt leise, einfühlsam, poetisch, aber auch kraftvoll und laut, eben immer situationsadäquat daher. Sie liebt die Epitheta, die Metaphern und kreiert laufend neue Wortschöpfungen. Mittels Antithese setzt sie die Gegensätze zwischen Natur und heutiger Kultur, zwischen Gestern und Heute, zwischen Frauen und Männern, zwischen Arm und Reich ins Licht. Die Verse sind in einem freien Rhythmus gestaltet. Selten folgt die Dichterin der gängigen Rechtschreibung. Wenn sie oft das Verb, das Adjektiv oder das Fürwort bei fast durchgängiger Kleinschreibung groß schreibt, erweckt sie den Eindruck, dass sie im vorgegebenen Kontext genau diesen Begriff akzentuieren will. Zukunft atmen bleibt trotz aller ernsthafter Krisen, Problemen und Unzulänglichkeiten der Gegenwart bis zum letzten Satz optimistisch der Zukunft zugewandt: „… Wir schauen Fotos In Poesiealben… Schöne Welt von gestern Retten wir sie Für heute, morgen, übermorgen Für uns und unsere Kindeskinder…“ (Schon, S. 185) Die beeindruckenden, farbenprächtigen Illustrationen von Bettina Griepentrog ermutigen, die Schöpfung in ihrer Pracht zu erkunden, so wie Jenny Schon es uns vorlebt. Dr. Maria Werthan, Langerwehe/Düren.

In: Die Künstlergilde 2025 /II, Esslingen, S. 40-42.

 

Lyra
An die Musik
Zu Bettinas Titelbild

Zauberhafter Klang
Aus einem Gestern
Voller Wunder
Auf Kretas
Felsgestein tanzte
Ich in das Kreuz
Des Südens

Es war der große
Stern Hoffnung
Der mich begleitete
Das Jahr der Frau
Feiernd trug ich
Den Lorbeerkranz
Daphne jagte
Den Stier
Und wehrte sich
Gegen Apollons
Begierde

Auch in meinem
Eingesperrten
Westberlin hörte
Ich sphärische Klänge
Am Wannsee gegen
Unfreiheit und für
Toleranz erklang das
Lied an die Freude
Es schmolzen die
Brückenteile der
Trennung im
Preußischen Arkadien

Ich bin heimgekehrt
In den Garten der Kindheit
Lennés Gestaltungswillen
Folgend der Große Wagen
Am Firmament trägt das Heu
Für Pegasus auch ich
Kann fliegen auf den
Klängen der Lyra begleitet
Von den Singschwänen
An der Havel

Heimatland endlich
Ruhe ich im Park
Bei der Pyramide
Gleißender
Sonnenuntergang
Akkorde der Nachtigall
Ein ewiger Klang
Der Poesie




Jenny Schon - Patriarchat - in persischer und deutscher Sprache




Patriarchat

Frei waren sie
Studierten und lachten
In den Cafes die Frauen
Als ich Anfang 1970
Sie besuchte war
Kabul eine weltoffene Stadt

Unverheiratete Frauen
Werden nun einkassiert
Als Beute wie Vieh
Im Staub des Hindukusch
Werden sie wieder
Eingemauert in das Gefängnis
Dummheit die Burqa vor Augen
Und die Waffen der Taliban
Im Kreuz

Die zerstörten Buddhafiguren
werden nicht wíeder restauriert
Die Vielfalt verstummt und
Universitäten schließen
Die alten Schriften verhießen
Zehn Plagen eine davon
Ist das Patriarchat


2020

Jenny Schon, Gedichte, fragen bleiben….vita variatur, Collagen Christiane Lenz, Geest Verlag.
Aus dem Vorwort.
Das Leben verändert sich, die Fragen bleiben.
Es lasten Jahrzehnte, dieses Wundliegen spüre ich täglich, die Eieruhr des Lebens rinnt,
Vanitas, die Zeit im Mondregen beginnt.
Die Sprachbilder versuchen das Gelebte mit dem unbekannten Kommenden zu vereinen,
das Gerüst sind Fragen, die bleiben…
Es hatten und haben Lieblinge von mir runde Geburtstage:
Paul Celan, Rainer Maria Rilke, Else Lasker-Schüler, Karoline von Günderrode, Friedrich Hölderlin und Ludwig van Beethoven…
Ihnen sei das Buch gewidmet.
Das Leben hat sich verändert durch die Corona-Krise,
die Fragen sind zahlreicher geworden…


Fragen bleiben,


Gedichte, Illustrationen von Christiane Lenz, Geest Verlag,
Veröffentlichung wegen Corona-Krise von Mai auf voraussichtlich September 2020 verschoben.




mein Gedicht: Damals ist nicht damals ist heute, in:


https://www.dropbox.com/s/ksypqr8atom3ba3/umschlagschonlautesschweigen.pdf?dl=0


>>>Sonntag, 7 Uhr, noch im Morgenrock am Schreibtisch - erstes Blättern
in "lautes schweigen" erst bis S. 51, aber:

von Gedicht zu Gedicht "höre ich es in mir sprechen": Das ist gut!

Kraftvoll und verletzlich, ganz und gar auf Deinem Weg!

Das Leben welthaltig erfahren, kritisch, mitleidend; ohne anmaßende
Überhebung der eigenen Sicht (da war früher eine mögliche Gefahr); in
zugänglicher und doch den Inhalt schützender Sprache. Ich freue mich
sehr über dieses Buch, es wird mich in den nächsten Tagen immer
wieder locken.<<<


Jenny Schon - ecce homo

http://geest-verlag.de/news/jenny-schon-ecce-homo

"tieftraurig wunderschön, liebe Grüße Alfred"





2017

http://www.zugetextet.com/?p=3472


2017 2. Preis für Lyrik der Künstlergilde Esslingen für das Gedicht "Die jungen Jahre"

Erotische Lyrik in: Jahrbuch der Erotik XXXI, Konkursbuch, 2016
Ich hab das heute verlegt, in: Lyrik der Gegenwart, Feldkircher Lyrikpreis 2016



kleine Randbemerkung:

In der Lyrik-Anthologie "Brez Besed Ji Sledim", Ljubljana,
ist auf slovenisch mein Gedicht >Hindu< aus "fussvolk" (2012)
als "Indijka" erschienen...




http://www.asphaltspuren.de/lesestoff/veroeffentlichungen/334-endlich-sterblich


Schon, Jenny: endlich sterblich. gedichte



Jenny Schon
endlich sterblich
Geest-Verlag 2016
ISBN 978-3-86685-553-3
185 S., 13,00 Euro



Es ist kalt in Berlin. Aber daran ist nicht allein der Winter schuld,
und der Frost hält nicht nur eine Stadt in seinem Bann und lässt das
lyrische Ich erschauern. Es liegt viel Totes da in diesem Gedicht, und
selbst die Rose auf dem Grab des Dichters ist erfroren. Wie eine
durchsichtige Eisschicht zieht sich Resignation über die in eindeutigen
Bildern und in knappem Prosaton erzählten Begebenheiten aus Kafkas Leben,
die ohne Rücksicht auf Zeit und Ort in angedeuteten Szenen abgerufen werden.
Es ist diese feine Ironie, welche die Bitterkeit nicht scheut, trotzdem
immer leise bleibt, niemals in die Nähe von Zorn und Anklage gerät, aber
das Gedicht trägt, es heraushebt aus jeder Art von Gefälligkeit, es
aus-sagestark und gültig macht und wert, mit einem Preis ausgezeichnet
zu werden.

Künstlergilde zu dem Gedicht ‚Kafka'


http://geest-verlag.de/news/schon-jenny-endlich-sterblich-gedichte-neu-erschienen





Jenny Schon gewinnt den 2.Preis für Lyrik der Künstlergilde Esslingen für das Gedicht "Kafka"





Kafka

Was soll mir Kafka
Die welt
ist schlimmer noch
als in Samsas zimmer
sie wird nicht mehr gekehrt

die käfer sind eingekehrt
in sich auf der seite
liegen sie verkehrt
nach der traumreise
ins eis
was will ich von Kafka

ich friere
nach jedem behördengang
dort kennt keiner
Kafka was woll’n Sie
von ihm

ich war bei seinem grab
die rose ist zerstäubt
die Ingeborg ihm brachte
Prag im jänner 1964
was erhoffte sie von ihm

in berlin kuschelte
er mit Dora sie brieten
spiegeleier auf haushaltskerzen
es war kalt in berlin
auch ich friere hier

was soll ich Dora
bedauern wenn die welt
ihn lagert in
bücherregalen verstaubt
wirklich

was soll er mir
in dieser welt
die untergegangen ist
auch meine lebensversicherung
versichert

kein ewiges leben

>

Jenny Schon gewinnt den 3.Preis für Lyrik der Künstlergilde Esslingen





Stadtrandgeschichten



Für den Dissidenten J.J.

- mit dem ich das Stasigefängnis Hohenschönhausen besuchte -


wo die stadt zuende ist
das fluten der geräusche
mit unserem herzschlag
sich vereinte
schenktest du mir die wilden blumen
für dein frühes grab
getötet wurde nur dein körper
von denen die immer noch
das regieren an unsichtbaren
fäden üben
wieviele strophen sind
in ihren röntgenkanonen
verschwunden
ewiges leid der freien seele
für sekunden haben sich
zwei einsame sterne verbunden
in der unendlichkeit werden
sie sich noch an den duft
der wilden blumen erinnern
die du mir schenktest am
stadtrand der ewigkeit


Trilogie für Frieden


13. bis 15. Februar 1945
Dresden

Höllenfeuer fällt vom Himmel
Inferno Tag und Nacht
Abertausende Tonnen
Sächsischer Barock bersten
Die Kuppel der Frauenkirche
Begräbt verkokelte Leichen

Flüchtlinge weggefegt
Vom Feuersturm
In der Elbe treiben
Menschenreste
namenlos
Kinderwagen
Leiterwagen
Die keine Hand mehr führt

Menschen haben die Steine
Gesammelt und zusammengefügt
Und eine neue Kirche gebaut
Ein toter Mensch fügt sich
In kein Neues



11. September 2001
New York

Es bersten Türme
Himmelhochragend
Schmelzen Stahlträger
Erstarrte Fensterkreuze
Aus denen Menschen
Stürzen DNS Kette
Entschlüsselt aus Staub
Der einen Namen hat

Menschen haben die Trümmer
Beseitigt Pläne geschmiedet
Und neue Türme gebaut
Aus DNS Ketten lassen sich
Nicht neue Menschen schmieden



Januar 2013
Timbuktu

Heilige Schriften verbrennen
In Timbutku Notenschlüssel
Verbiegen Noten verrieseln
Im Sand der Tanz erstirbt
Zu Fratzen
Der Himmel bleibt Barbaren
Verschlossen im Wüstensturm
Sehen sie eine Fata Morgana
Im Paradies tragen die Siebzig
Jungfrauen den Judenstern

Menschen haben die Bücher
versteckt und zusammengefügt
Und eine neue Bibliothek gebaut
Die Jungfrauen konnten sie
Nicht retten…




Neuerscheinung:












winterliebe

schneetreiben an der spree
unsere fußstapfen sind leicht zu enträtseln
wir stehen ineinander
flocken sitzen auf deinen wimpern
und lachen über deine küsse
die wärme deiner augen treibt
gänseblümchen auf die wiese
wir stehen und zählen
du liebst mich ich lieb dich nicht
er sie es liebt
über den gipfeln ist keine ruh
möwen scheißen auf schlafende boote
wie junge hunde toben wir
kinder schliddern und
treiben flügel in den schnee
flieg engel flieg
eine sekunde glück eine zweite
dann ist der schnee geschmolzen
im mai lieben alle
und viele bringen sich um


Die Jury der Dritten Berner Bücherwochen zeichnet das Gedicht
winterliebe
von
Jenny Schon
aus als bestes Gedicht der Bücherwochen-Anthologie
Winterreise.
Der Auorin Jenny Schon wird der Sonderpreis Lyrik verliehen.





Böhmische Polka



"...Ich habe niemals zuvor Gedichte geschrieben, jahrzehntelang war mein Metier die nüchterne Prosa wissenschaftlicher Texte. (Daß ich Gedichte schrieb) ist Ausdruck der schieren Notwendigkeit – und zwar im Wortsinn um Not zu wenden, der Notwendigkeit also, Klarheit zu gewinnen über die Fundamente meiner Existenz, die mir so lange ich denken konnte Rätsel aufgegeben hatte. Immer war da ein Rest an Erfahrung und Empfindung, den ich mir nicht erklären konnte und der sich nicht als Resultat aus den vorangegangenen eigenen Lebensphasen ableiten ließ. Woher stammte diese innere Unruhe dann, die mich umtrieb, seit ich mich erinnern konnte? Wieso habe ich mich nirgends und überall zugleich heimisch gefühlt? Als Jugendlicher fand ich in dem Satz „Ich bin weniger wert“ die treffende Beschreibung für das Empfinden meiner selbst. So habe ich es mit größtmöglicher innerer Zustimmung in mein Tagebuch eingetragen. Warum? Es gab doch eigentlich gar keinen Grund dafür. Und dann war da noch dieses Gefühl, nicht dazu zu gehören oder am Rand zu stehen, obwohl ich einen großen Freundeskreis hatte und beliebt war. Rein äußerlich betrachtet gab mein Leben gar keinen Anlass für ein derart defizitäres Selbstbild. Wieso habe ich mich trotzdem so gesehen? Spät, ich hatte mein fünfundvierzigstes Lebensjahr bereits überschritten, begann ich zu sehen, dass mein Leben Teil einer größeren Geschichte ist und noch anderen, tieferen Einflüssen ausgesetzt als allein denjenigen, die von meiner Geburt an auf mich eingewirkt haben... Die Gesellschaft unterstützt solche Erkenntnisprozesse allerdings nicht, ihr ist das Schicksal der Vertrieben und Entwurzelten suspekt, sie mag von ihrem Elend nichts hören. Die Hoffnung war groß, dass sich das Thema mit der Erlebnisgeneration auf Nimmerwiedersehen von der Bühne verabschiedet. Aber sie wurde enttäuscht. Die Katastrophe hat nicht nur etwas mit denen gemacht, die sie selbst erlitten haben. Sie betrifft auch uns Kinder und Kindeskinder unmittelbar und existenziell. Die Suche nach einer Sprache, die das Elend auszudrücken vermag, das die Vertreibungen noch in den Seelen von uns Nachgeborenen anrichtet, gleicht einer Expedition in ein unbekanntes, wegloses Land. Es gab lange keine Vorbilder oder Modelle, an denen ich mich hätte orientierten können. Bis ich den Gedichtband von Jenny Schon entdeckte, Böhmische Polka – Ceska Polka. Dort fand ich diese Sprache. Ihre Gedichte und Kurztexte sind Wegzeichen, Hinweise und Markierungen, die die ungreifbare Weite jener inneren Terra incognita strukturieren, klären und damit begehbar machen. Jenny Schon ist eine Pionierin des Unbekannten, eine Entdeckerin. Und sie ist eine Führerin in jenen inneren Regionen, aus denen immer noch so viel Leid erwächst, weil in ihnen die Monstrosität der Vertreibung weiter wütet. Sie hat Wege gebahnt und mich dadurch inspiriert, nach den eigenen zu suchen. Achim"






Buchpremiere
"Wie Männer mich lehrten die Bombe zu halten und ich sie fallen ließ"

Lesung einen Tag nach dem Frauentag
Gedichte und Musik gegen Krieg und Krieg gegen Frauen
Gedichte Jenny Schon
Gitarre Norbert Fehlmann
Geige Wanja, 7 Jahre

9.3.2010, 19 Uhr
Berlin-Wilmersdorf, Wilhelmsaue 126
Schöler Schlößchen





Neuerscheinung:





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Jenny Schon
Designermuschi

Zum Internationalen Tag der Frau


Der Mann am Klavier
Mit seinem schalen Bier
Ist eine alte Metapher
Heute schiebt
selbstverliebt
Jedem Gaffer
Angeboten eine Dame
Für Unterwäsche Reklame
*
Auf der Klaviatur ihrer Brüste
Klimpern wüste
Rhapsodien in bleu
Hilfe die eine rutscht
Schon ist die Symmetrie futsch
Sie muß aufs Kanapee
Das Silikon richten
Um nicht auf das Honorar zu verzichten
*
Beim nächsten Auftritt
Irritiert das Design im Schritt
Gemäß der Mode
Was oben zu viel
Ist hier unten im Kiel
Marode
Es muß weg
Ritscheratsche ein weißer Fleck
*
Sie schmiegt sich an den Flügel
Streichelt den gestylten Hügel
Spiegelblank glänzt ihr Kinn
Mit eleganter Kaskade
Sitzt sie auf die Parade
Der Tastatur bringt jetzt Sinn
Denn eins wird Corpus und Leib
Oh gebenedeites Weib
*

Nun spielt er Bolero
Sie tanzt mit ihrem Hero
Flamenco
Bei jedem Dreh
Steht er auf ihrem Zeh
Der Tanga fliegt vom Po
Begeistert klatscht das Publikum
Doch sie ruft Silentium
*
Und auch das Klavier schweigt
Als sie ihre Muschi zeigt
Von vorn und inmitten
Da kreuzt auf dem Steg
Ein 40-Pfund-Model ihren Weg
Du bist ja auch beschnitten
Ach mein Silikon
Ist schon lange auf und davon
*
Den G-Punkt verfeinern
Klitoris verkleinern
Das fehlende Hymen kein Problem
Der Chirurg holt das Fett aus den Hüften
Weiß manches geschickt zu liften
Die Unschuld ist schön
Wieder hergerichtet
Auf die erste Nacht der Macho nicht verzichtet
*
Ihr Frauen am Klavier
Dahinter und dafür
Habt ihr sie nicht alle
Um Würde gestritten
Und nicht seit Jahrhunderten gelitten
Damit ihr wieder tapst in die Falle
Des Wahns diesmal der Designer
Übrigens:
so verunstaltet liebt euch eh keiner





Auszug aus dem Gedichtband "Böhmische Polka/Cesky Polka", dt.-cz., im Geest Verlag, Vechta, 2005

Jenny Schon
Die alten Männer

Einem tschechischen Jagdflieger gewidmet, den ich im Zug kennenlernte


Die Unduldsamkeit
Der alten Männer
Macht die Zeit
Sie läuft ihnen fort
Wie ihr Einfluß
Ihre Worte
Nennen sie Wahrheit
Und lassen keine
Andere zu
Schaun Sie das ist
So und nicht anders
Ist ihre Weisheit
Die Bomben auf
Dresden o.k.
Und die Kinder
Frage ich die Frauen
Und Alten und
Die Flüchtlinge
Unzählig
Ich bitte Sie
Wie hätte der Krieg
beendet
Werden sollen
Wir haben daraus
Gelernt sage ich
Und welche Möglichkeiten
Gibt es für den Irak
Gar keine
Saddam ist wie
Hitler
Und die Kinder
Frage ich die Frauen
Und Alten und
Die Flüchtlinge
Unzählig
Der alte Mann
Nimmt ein Buch
Über Jagdflieger
Im Zweiten Weltkrieg
Er muß seinen
Vortrag vorbereiten
Bald wird er
Keine Zeit mehr haben
Vorträge zu halten...
Ich aber frage
Weiter nach den
Kindern, den Frauen
Und Alten
Den Flüchtlingen
unzählig





Veröffentlicht in: Die Brücke 147, 1/2008, Saarbrücken
11/9
oder
Eine deutsche Zählung


Novizinnen
Zum 9.11.1938

Für meine Mutter Anna Schwantner -
geboren 4.4.1922 in Trautenau/Böhmen


Hörst du
Annele die
Deutschen kommen
Laß uns gucken gehen

Was gibt's denn
Louisa
Zu gucken
Wenn Deutsche kommen

Sie kommen
Mit Glanz
Sie kommen mit
Licht Annele
Laß uns das sehn

Aber dunkel ist es schon
Louisa und wir sind
Jung so viele
Männer zu
Nachtschlafender
Zeit

Das sind Deutsche
Annele Deutsche
Wie wir
Die werden uns
Nichts tun

Was ist das
Louisa
Das Feuerbrausen
Das gleißende Licht
Der Rauch frißt
Meine Stimme

Dann schweige auch
Du Annele und schau
In das Feuer
Das Licht in der
Novembernacht

Oh Louisa
Da brennen Menschen
Die Synagoge brennt

Annele halte mich fest
Auch ich frier
Bei all diesem Lodern

Verschwindet ihr
Mädchen das ist nichts
Für Euch
Ein Bewaffneter schiebt
Die Weinenden beiseite

Geht heim und
Wartet bis ihr
Deutsche Mütter seid
Dann werdet ihr Dank sagen

An einem späteren
Novembertag fällt eine
Bombe
Die für Dresden bestimmt war
Auf Trautenau




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