Neuerscheinung 2025
"Manchmal habe ich Angst", Gedicht, in: Gespräche über Bäume. Gedichte zur Demokratie. Kröner Edition Klöpfer, 2025, S. 68:
Manchmal habe ich Angst
Schütze mein Gesicht
vor den Gedanken
der anderen
die mit Zeitgeist spucken
kleben dir Zeitenwende
ans Hemd das ein
Totenhemd wird
Ungefragt
nehmen sie deine Zeit
und stecken sie in
die Waschmaschine
der Meinungsmache
herauskommt
mainstream
sie sagen
du bist einverstanden
und schon schreiben
Historiker Bücher
2024
Im Zusammenhang mit der von Jenny Schon kuratierten Ausstellung in der GEDOK-Galerie, Berlin,
"Frauen und Bäume" ist erschienen:
"BaumGespräche", Lyrik, Geest Verlag, Nov. 2024.
Illustrationen von Bettina Griepentrog-Wiesner und Jana Wiesner.

Deichblick
Am Deich gesessen
Wind bewegt
mich nach Spiekeroog geträumt
zu den weißen Dünen
Den Schwalben
Auftrieb gegeben
als sie flogen
an meine Wand
aus Widerstand
gegen Nähe
Mutterschafe blöken
auf dem Deichkamm
ihre Jungen huschen
durch hohes Sommergras
wilde Margeritten und
Butterblumen
erinnern an Kindheit
Im Kutterhafen
ein Fischbrötchen gegessen
für die Krabben
kam ich zu spät, oft
zu spät gekommen
und vom Leben
bestraft – auch
der weite Blick
aufs graue Meer
kann nicht trügen
ich muß zurück
in den Alltag
Wir sprechen vom Wasser,
Gedichte und Geschichten, GEDOK e.V.,
projektverlag; darin die Gedichte:
Spielregeln, Kindheit, Pfaueninsel, Eisenhimmel, Komisch, Totentanz, Wiederholung.
Pfaueninsel
Lautlos gleitet der schwan
Die havel liegt still
Der schrille schrei des pfaus
Lockt die eitlen
Mit ihrem übermaß
Sitzen sie auf dem hohen ross
Ich werfe anker weit weg
Angstfrei vor zweiflern
Die Corona herunterspielen
Finde ich schutz
In den schilfoasen
Pfeilschnell sticht
Der kormoran
In die spiegelfläche des
Wassers unbekümmert
Frisst er seine beute
Auch er hinterlässt
Spuren der zerstörung
Einst asyl für wilde tiere
Dem könig geschenkt
Verirren wildschweine sich
Auf die pfaueninsel
Und flaneure
Hinterlassen abdrücke
Im moorigen boden
Am kiosk duftet der kaffee
Es ist eine kleine atempause
Kein handy
keine nachrichtenstation
Der graureiher steht
Stundenlang auf einem bein
Sich zu entspannen
Das missversteht der frosch
Abendsonne fällt
Auf die havel
Bleicht die rinde der kiefern
Die wellen der boote irisieren
Mücken tanzen
Von Peter und Paul erklingen
Alte preußische weisen
Das Angelusläuten kündet
Die abendstunde
Zuhause überfallen mich
Die neuen Coronazahlen…

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Rezension zu Jenny Schon: Zukunft atmen Lyrik, Geest Verlag, Vechta, 2022: Die Lyrikerin beobachtet das aktuelle Geschehen mit wachem Blick. Ihr Ohr haftet stets am Puls der Zeit, um zu hören, wie sich der Rhythmus des Lebens, die Einstellungen der Menschen, die Entscheidungen der Politik sowie die alltäglichen und natürlichen Lebensgrundlagen der Menschen wandeln. Sie thematisiert die wiederkehrenden großen Fragen der Menschheit von Geburt, Liebe, Tod und Vergänglichkeit. Berlin ist die Stadt, mit der Jenny Schon verwachsen ist, sie kennt ihre Geschichte, ihre Baukultur und die Persönlichkeiten, die das Kulturund Geistesleben der Stadt geprägt haben. Ihr persönliches Anliegen ist „Buchstabensammeln… für… Flammenzungen… die die Welt verzaubern“ (Schon, S. 15). Ihr Sein ist eng verzahnt mit dem Wachsen und Vergehen in der Natur - das Zusammenspiel von Mensch und Natur als ewig wiederkehrendes facettenreiches Phänomen „…der Himmel malt die Kaligraphie des Lebens…“; (Schon, S. 34) „Barfuß über den Raureif…Ein letztes Jauchzen… Der Winter steht hinter der Elbe… (Schon, S. 38); „Eine Kiefer pflanzen“ (Schon, S. 16); „ich wünschte mir einen baum der gesund wachsen kann unter den ich eine bank stellte…“ (Schon, S. 62); „Die geräusche des waldes Sind in meinem herzen Einsam hockt der Kuckuck ohne Nachwuchs…“ (Schon, S. 61); „Pfaueninsel… Lautlos gleitet der schwan Die Havel liegt still… ich werfe anker weit…“ (Schon, S.72); „Stille am See Der Mensch wird auch still Hier wird Staunen gelehrt…; (Schon, S. 146) Der Kreislauf der Natur ist für die Dichterin eng verwoben mit dem eigenen Lebenszyklus „…letzte Sonne… fällt in den Abend… Noch mal ein Himmelsblick aus Kiefernholz wird mein Sarg sein…“ (Schon, S. 95). Die Klimakrise und den Raubbau an der Natur nimmt die Dichterin ernst: „Mexiko… du denkst an verdorrte Gräser… schon lange keine ernte… wir sind in der märkischen Heide…“. (Schon, S. 86) „…Überall Baustellen… die Wälder verlieren ihr Zusammenspiel…“ (Schon, S. 27); Naturgewalten sind besonders für Kinder beeindruckend „…Schwarze Zungen am Himmel treiben die Kinder ins Haus…“. Sie können für die Menschen zur Bedrohung werden. „…hatte samen in die erde gelegt den himmel umarmt und liebe geerntet der kleine garten ist vernichtet…“ (Schon, S.102). Gleichzeitig lebt sie in stetiger Auseinandersetzung mit ihren Dichtervorbildern, Künstlern und markanten Persönlichkeiten. Angefangen von der Hommage an Ovid „Aus der Zeit / Tempora / Ovid… Was bin ich Außer diesem Häufchen Schuppen… Worte könnten es sein Die mit letzter Kraft Den Garten erblühen lassen…“ (Schon, S. 44); „Mozartrequiem… Nachtvogel du flieg Requiem für eine verlorene Seele Saiten in Himmelsgold verzaubert…“ (Schon, S. 63); „Schweigegewitter Rainer Maria Rilke… nur der dichter kennt die Sehnsucht in den Zwischentönen kennt das Augenlicht der Kieselsteine im Bach…“ (Schon, S. 115); Um es mit den Worten Martin Luthers zu sagen, dem Volk aufs Maul schauen – Jenny Schon beobachtet mit Bedauern die wachsende Zahl von Anglizismen in der deutschen Sprache: „…Far fromm e ten thousand years later es wird nur noch Englisch gesprochen…“ (Schon, S. 100). Sie plädiert für flächendeckende Bildung, um „die Dummheit zu besiegen… Man hätte in jeder Kreisstadt Universitäten bauen müssen…“ (Schon, S. 104). „Rose, du…“ (Schon, S. 20) kommt als Jahreszeitengedicht in Form einer Litanei daher. Wie im Volkglauben wird Maria gepriesen als „Rose unter den Weibern… Weiße Lilie du Braut Gottes… Akeleie du schöne Taube Des Friedens…Zitenlose… Feldblume… Im blauen Mantel der Kornblume…“. Liebe kann zärtlich, hingebungsvoll und fordernd sein „…lebendig in deinen armen leuchtfeuer…“ (Schon, S. 84); „…Dein Streicheln Ein feiner Luftzug Küsse mich Jetzt…“; (Schon, S. 118). Selbstkritik gehört zu den Leben mit Höhen und Tiefen eines gelingenden Lebens – „…ich habe es nicht geschafft, mich als Mensch zu überwinden…“ (Schon, S. 23). Auch Bilanz ziehen, dient der Selbstvergewisserung. „Sprachgitter Für Paul Celan… Zerrissene Wortfetzen auf der Baustelle meines Lebens… im Archiv Lagern die Trümmer Des Gewissens und viele suchen Schutz aus Scham… Ich war zu jung Ich wollte neu anfangen… Ich wurde aufsässig Raffte die Buchstaben Und schritt zur Gegenwehr Aber ich war unerfahren und hatte falsche Verbündete… Ich setzte Ableger in den Garten der Worte Ließ dem Wuchs freien Lauf und entfernte das Gitter Der Fremdheit Dann konnte Ich schreiben in der Sprache Der Herzen“ (Schon, S. 58/9) Aufmerksam beobachtet die Autorin die Beeinträchtigungen des Alltagslebens durch die Corona Pandemie Heute beginnt die Zukunft „…Wann ich wieder ins Museum darf… den duft der bilder ihre Strahlkraft erleben… das zauberwort storniert die wirksamkeit meiner impfung…“ (Schon, S. 36) „De brevitate vitae … Corona lehrt uns, dass das Leben ist kurz Angefallen vom Winzling Aus und vorbei… Wir wollen im Café sitzen Ins Theater gehen kleine Alltagsfreuden genießen…“ (Schon, S. 48); „Eine Welt auf Abstand… Höchste Fallzahlen Täglich die Unvernunft Der Maskengegner… Einsamer Abschiedskampf…“; (Schon, S. 87); „Summertime… and the living is easy… Corona hat die sinne verändert und die zeitvorstellung Es gibt coronaunterzeiten und coronaaufzeiten… Welch ein trost“ (Schon, S. 71); „…Zweiter Coronawinter… Zuhören ohne zuzuhören… Ich sein zu können Und keine Statistik Mit impfkurven und Booster…“; (Schon, S. 123) „…Die virologen klagen Politiker drohen und die einzelhändler jmmern… In Afrika gibt es kaum Vaccine…“. (Schon, S. 125) In den Corona Pausen heißt es dann „Endlich wieder Kaffeeklatsch“. (Schon, S. 96-98) Dabei kann ein Lächeln die Welt verändern „Lachen und Lächeln und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel Gutes in den Menschen hineinrutschen kann.“ (Zitat von Christian Morgenstern, Schon, S. 50) Berlin ist die Wahlheimat von Jenny Schon. Sie schätzt die Vielfalt des kulturellen Angebots, das Verweilen im Café, die grünen Inseln und die Geschichten und Plätze aus dem alten Berlin. „Gendarmenmarkt… Gens d’armes… Gemüsebeet… Mittelmarkt… Märzrevolution… Die feine Gesellschaft… geht Abends ins Theater Unter ihnen Fontane… Es wurde wieder aufgebaut Die Schönheit hat das Sagen Aber das Flair fehlt…“ (Schon, S. 64/5) Handel spielt im alltäglichen Leben seit alten Zeiten eine wichtige Rolle, egal wie der Name des Marktes lautet: „…mercatus, marcat, Bazar, Soko, market… überall sind Menschen, die handeln, austauschen, vergleichen…“ (Schon, S. 37) Mit dem Gedicht „Staub 11.09.2001“ setzt die Dichterin den Zwillingstürmen ein Denkmal „…zwei Türme bersten, schmelzende Eisenträger…fingernägel in graupelschauern…DNS-ketten entzifferbar im staub…“. Den Terror Opfern vom Breitscheidt Platz Berlin 2017 gelten „…zwölf minuten für zwölf tote jeder glockenschlag ein herzschlag… 19. Dezember 2021… Dreizehn Glockenklänge ertönen Und ein weiterer Name wird eingraviert…“. (Schon, S. 128) Die Würde, die Unversehrtheit und das Selbstbestimmungsrecht der Frauen zu verteidigen, ist Lebensaufgabe von Jenny Schon. . Sie erhebt ihre Stimme gegen die Unterdrückung der Frauen weltweit. „Tahir-Platz – Platz der Befreiung – 2011 … Männer haben den Platz geschaffen sich zu befreien… Sie haben die Freiheit Aus der Menge Eine Frau zu zerren …Schleifen sie über den Asphalt…“ (Schon, S. 41); „Patriarchat… Frei waren sie Studierten und lachten In den Cafés die Frauen… war Kabul eine weltoffene Stadt Unverheiratete Frauen werden nun einkassiert Als Beute wie Vieh… Die alten Schriften verhießen zehn Plagen eine davon ist das Patriarchat…“ (Schon, S. 106) Kritisch hinterfragt die Dichterin die „Spielregeln“ (Schon, S. 76/7) der Kinder „…spielt nicht mit den grünen roten…“. Wenn man diese Zeilen liest, fällt es einem schwer, nicht an die aktuelle festgefahrene Diskurskultur zu denken. In dem Text „Aufklärung andersherum“ (Schon, S. 140/1) moniert die Dichterin den dirigistischen Umgang mit Wissen „Als kind alles wissen In museen gehen Jeden Sonntag Die welt stand offen… Heute meine schritte Wieder nur ins museum Ich werde nicht neugierig gemacht Ich werde belehrt Ich muss den Kopf Verdrehen und darf lesen… Eingeborene… exotisch sind unerwünschte wörter jetzt – noch nicht so arg wie das N-Wort…“. In dem Gedicht „Brot und Liebe“ (Schon, S. 92) fragt die Dichterin nach der wahnsinnigen Sucht des Menschen zur Zerstörung, die sich besonders in kriegerischen Handlungen äußert. „Krieg… kommt auf leisen Sohlen… Der Feind war bekannt vom Letzten Jahr…“; (Schon, S. 127) „Es ist wieder da Dieses schrecklichste aller Wörter Krieg…“; (Schon, S. 133) „Friedfertig ist das keimen Der natur… Aus winzlingen wird Leben es ist krieg Geliebte amsel die Menschen hören nicht Dein lied…“; (Schon, S. 138) „…panzer hier Ein kanönchen dort… Ich kenne diese Bilder Ich war in Dresden Neunzehnhundertfünfundvierzig im Brandleichengeruch… Der Mütter Reißt Eure Söhne von den Waffen Frauen Seid nicht stolz Auf die Sieger“; (Schon, S. 176/7) „…Ich schreibe über den Krieg noch immer dass er aufhörte für immer wenn wir uns küssen…“; (Schon, S. 113) Wachsam schildert die Dichterin, was sie zum Jahreswechsel registriert: „Gorleben ist außer Gefecht… Brokdorf wird abgeschaltet… Aber die Energieerzeugung ist nicht besser geworden… Windkraftwerke… Sind keine Alternative auch nicht Mais, Raps und Sonnenblumen Das sind Nahrungsmittel Millionen Menschen hungern weltweit… Auch Holzeinschlag ist keine Alternative… Wir brauchen die Wälder für Reine Luft… Frauen Dürfen in Arabien Auto fahren… In Afghanistan aber nicht studieren… Außerhalb des Hauses keinen Arbeitsplatz haben müssen sich unsichtbar machen… Bei uns… Dürfen die Frauen Nachrichten Sprechen In Hosen Kanzlerin sein… Was Frauen bei uns nicht dürfen Wenn sie weiß sind: schwarzamerikanische Dichterin Übersetzen…“ (Schon, S. 130-132) Erinnerungen bilden das Korsett unserer gelebten Erfahrungen - „Auf der Erinnerungsbank… Sitze ich um zu spüren, was ich geliebt…“ (Schon, S. 29); „Sag mir wo die blumen sind… Oh flower power Warum ist deine Geschichte nicht wahr Geworden mit blumen Gegen panzer Gegen krieg…“ (Schon, S. 136); „Am Meer bei Pula Dem Cellisten Stjepan Hauser gewidmet… Sie ziehen In den Himmel Boote mit den Klängen Deines Cello Seelenfreund…“; (Schon, S. 99) „…Ich werfe Steinchen Über die Spiegelfläche Ihre Kreise holen Sie mir zurück Diese Bilder Der Kindheit Eine winzige Sekunde Der Ewigkeit“ (Schon, S. 174) Endlichkeit ist ein Thema das immer wiederkehrt. „…Es kommt die Zeit…Endlichkeit mich zu greifen…“; (Schon, S. 26) „…Ich habe Meinen Sarg bestellt Aus märkisch Kiefer…“; (Schon, S. 56) „…das meer ist unendlich und der wahre Mensch unsterblich“. (Schon, S. S. 34) Freiheit - wie könnte man sie schöner träumen als die Dichterin? „ … der leichte flug des mauersegler zaubert mir freiheit vor die füße dass ich schwebe…“ (Schon, S. 172) Die Sprache von Jenny Schon kommt leise, einfühlsam, poetisch, aber auch kraftvoll und laut, eben immer situationsadäquat daher. Sie liebt die Epitheta, die Metaphern und kreiert laufend neue Wortschöpfungen. Mittels Antithese setzt sie die Gegensätze zwischen Natur und heutiger Kultur, zwischen Gestern und Heute, zwischen Frauen und Männern, zwischen Arm und Reich ins Licht. Die Verse sind in einem freien Rhythmus gestaltet. Selten folgt die Dichterin der gängigen Rechtschreibung. Wenn sie oft das Verb, das Adjektiv oder das Fürwort bei fast durchgängiger Kleinschreibung groß schreibt, erweckt sie den Eindruck, dass sie im vorgegebenen Kontext genau diesen Begriff akzentuieren will. Zukunft atmen bleibt trotz aller ernsthafter Krisen, Problemen und Unzulänglichkeiten der Gegenwart bis zum letzten Satz optimistisch der Zukunft zugewandt: „… Wir schauen Fotos In Poesiealben… Schöne Welt von gestern Retten wir sie Für heute, morgen, übermorgen Für uns und unsere Kindeskinder…“ (Schon, S. 185) Die beeindruckenden, farbenprächtigen Illustrationen von Bettina Griepentrog ermutigen, die Schöpfung in ihrer Pracht zu erkunden, so wie Jenny Schon es uns vorlebt. Dr. Maria Werthan, Langerwehe/Düren. In: Die Künstlergilde 2025 /II, Esslingen, S. 40-42. |
Lyra
An die Musik
Zu Bettinas Titelbild
Zauberhafter Klang
Aus einem Gestern
Voller Wunder
Auf Kretas
Felsgestein tanzte
Ich in das Kreuz
Des Südens
Es war der große
Stern Hoffnung
Der mich begleitete
Das Jahr der Frau
Feiernd trug ich
Den Lorbeerkranz
Daphne jagte
Den Stier
Und wehrte sich
Gegen Apollons
Begierde
Auch in meinem
Eingesperrten
Westberlin hörte
Ich sphärische Klänge
Am Wannsee gegen
Unfreiheit und für
Toleranz erklang das
Lied an die Freude
Es schmolzen die
Brückenteile der
Trennung im
Preußischen Arkadien
Ich bin heimgekehrt
In den Garten der Kindheit
Lennés Gestaltungswillen
Folgend der Große Wagen
Am Firmament trägt das Heu
Für Pegasus auch ich
Kann fliegen auf den
Klängen der Lyra begleitet
Von den Singschwänen
An der Havel
Heimatland endlich
Ruhe ich im Park
Bei der Pyramide
Gleißender
Sonnenuntergang
Akkorde der Nachtigall
Ein ewiger Klang
Der Poesie
Jenny Schon - Patriarchat - in persischer und deutscher Sprache

Patriarchat
Frei waren sie
Studierten und lachten
In den Cafes die Frauen
Als ich Anfang 1970
Sie besuchte war
Kabul eine weltoffene Stadt
Unverheiratete Frauen
Werden nun einkassiert
Als Beute wie Vieh
Im Staub des Hindukusch
Werden sie wieder
Eingemauert in das Gefängnis
Dummheit die Burqa vor Augen
Und die Waffen der Taliban
Im Kreuz
Die zerstörten Buddhafiguren
werden nicht wíeder restauriert
Die Vielfalt verstummt und
Universitäten schließen
Die alten Schriften verhießen
Zehn Plagen eine davon
Ist das Patriarchat
2020
Jenny Schon, Gedichte, fragen bleiben….vita variatur, Collagen Christiane Lenz, Geest Verlag.
Aus dem Vorwort.
Das Leben verändert sich, die Fragen bleiben.
Es lasten Jahrzehnte, dieses Wundliegen spüre ich täglich, die Eieruhr des Lebens rinnt,
Vanitas, die Zeit im Mondregen beginnt.
Die Sprachbilder versuchen das Gelebte mit dem unbekannten Kommenden zu vereinen,
das Gerüst sind Fragen, die bleiben…
Es hatten und haben Lieblinge von mir runde Geburtstage:
Paul Celan, Rainer Maria Rilke, Else Lasker-Schüler, Karoline von Günderrode,
Friedrich Hölderlin und Ludwig van Beethoven…
Ihnen sei das Buch gewidmet.
Das Leben hat sich verändert durch die Corona-Krise,
die Fragen sind zahlreicher geworden…
Fragen bleiben,
Gedichte, Illustrationen von Christiane Lenz, Geest Verlag,
Veröffentlichung wegen Corona-Krise von Mai auf voraussichtlich September 2020 verschoben.
mein Gedicht: Damals ist nicht damals ist heute,
in:
https://www.dropbox.com/s/ksypqr8atom3ba3/umschlagschonlautesschweigen.pdf?dl=0
>>>Sonntag, 7 Uhr, noch im Morgenrock am Schreibtisch - erstes Blättern
in "lautes schweigen" erst bis S. 51, aber:
von Gedicht zu Gedicht "höre ich es in mir sprechen": Das ist gut!
Kraftvoll und verletzlich, ganz und gar auf Deinem Weg!
Das Leben welthaltig erfahren, kritisch, mitleidend; ohne anmaßende
Überhebung der eigenen Sicht (da war früher eine mögliche Gefahr); in
zugänglicher und doch den Inhalt schützender Sprache. Ich freue mich
sehr über dieses Buch, es wird mich in den nächsten Tagen immer
wieder locken.<<<
Jenny Schon - ecce homo
http://geest-verlag.de/news/jenny-schon-ecce-homo"tieftraurig wunderschön, liebe Grüße Alfred"
2017
http://www.zugetextet.com/?p=34722017 2. Preis für Lyrik der Künstlergilde Esslingen für das Gedicht "Die jungen Jahre" Erotische Lyrik in: Jahrbuch der Erotik XXXI, Konkursbuch, 2016 kleine Randbemerkung: In der Lyrik-Anthologie "Brez Besed Ji Sledim", Ljubljana,
Schon, Jenny: endlich sterblich. gedichte Jenny Schon gewinnt den 2.Preis für Lyrik der Künstlergilde Esslingen für das Gedicht "Kafka" Kafka Jenny Schon gewinnt den 3.Preis für Lyrik der Künstlergilde Esslingen Für den Dissidenten J.J. - mit dem ich das Stasigefängnis Hohenschönhausen besuchte - wo die stadt zuende ist das fluten der geräusche mit unserem herzschlag sich vereinte schenktest du mir die wilden blumen für dein frühes grab getötet wurde nur dein körper von denen die immer noch das regieren an unsichtbaren fäden üben wieviele strophen sind in ihren röntgenkanonen verschwunden ewiges leid der freien seele für sekunden haben sich zwei einsame sterne verbunden in der unendlichkeit werden sie sich noch an den duft der wilden blumen erinnern die du mir schenktest am stadtrand der ewigkeit 13. bis 15. Februar 1945 Dresden Höllenfeuer fällt vom Himmel Inferno Tag und Nacht Abertausende Tonnen Sächsischer Barock bersten Die Kuppel der Frauenkirche Begräbt verkokelte Leichen Flüchtlinge weggefegt Vom Feuersturm In der Elbe treiben Menschenreste namenlos Kinderwagen Leiterwagen Die keine Hand mehr führt Menschen haben die Steine Gesammelt und zusammengefügt Und eine neue Kirche gebaut Ein toter Mensch fügt sich In kein Neues 11. September 2001 New York Es bersten Türme Himmelhochragend Schmelzen Stahlträger Erstarrte Fensterkreuze Aus denen Menschen Stürzen DNS Kette Entschlüsselt aus Staub Der einen Namen hat Menschen haben die Trümmer Beseitigt Pläne geschmiedet Und neue Türme gebaut Aus DNS Ketten lassen sich Nicht neue Menschen schmieden Januar 2013 Timbuktu Heilige Schriften verbrennen In Timbutku Notenschlüssel Verbiegen Noten verrieseln Im Sand der Tanz erstirbt Zu Fratzen Der Himmel bleibt Barbaren Verschlossen im Wüstensturm Sehen sie eine Fata Morgana Im Paradies tragen die Siebzig Jungfrauen den Judenstern Menschen haben die Bücher versteckt und zusammengefügt Und eine neue Bibliothek gebaut Die Jungfrauen konnten sie Nicht retten… ![]() ![]() schneetreiben an der spree unsere fußstapfen sind leicht zu enträtseln wir stehen ineinander flocken sitzen auf deinen wimpern und lachen über deine küsse die wärme deiner augen treibt gänseblümchen auf die wiese wir stehen und zählen du liebst mich ich lieb dich nicht er sie es liebt über den gipfeln ist keine ruh möwen scheißen auf schlafende boote wie junge hunde toben wir kinder schliddern und treiben flügel in den schnee flieg engel flieg eine sekunde glück eine zweite dann ist der schnee geschmolzen im mai lieben alle und viele bringen sich um Die Jury der Dritten Berner Bücherwochen zeichnet das Gedicht winterliebe von Jenny Schon aus als bestes Gedicht der Bücherwochen-Anthologie Winterreise. Der Auorin Jenny Schon wird der Sonderpreis Lyrik verliehen. ![]()
"Wie Männer mich lehrten die Bombe zu halten und ich sie fallen ließ" Lesung einen Tag nach dem Frauentag Gedichte und Musik gegen Krieg und Krieg gegen Frauen Gedichte Jenny Schon Gitarre Norbert Fehlmann Geige Wanja, 7 Jahre 9.3.2010, 19 Uhr Berlin-Wilmersdorf, Wilhelmsaue 126 Schöler Schlößchen ![]() ![]() < Designermuschi Zum Internationalen Tag der Frau
Mit seinem schalen Bier Ist eine alte Metapher Heute schiebt selbstverliebt Jedem Gaffer Angeboten eine Dame Für Unterwäsche Reklame * Auf der Klaviatur ihrer Brüste Klimpern wüste Rhapsodien in bleu Hilfe die eine rutscht Schon ist die Symmetrie futsch Sie muß aufs Kanapee Das Silikon richten Um nicht auf das Honorar zu verzichten * Beim nächsten Auftritt Irritiert das Design im Schritt Gemäß der Mode Was oben zu viel Ist hier unten im Kiel Marode Es muß weg Ritscheratsche ein weißer Fleck * Sie schmiegt sich an den Flügel Streichelt den gestylten Hügel Spiegelblank glänzt ihr Kinn Mit eleganter Kaskade Sitzt sie auf die Parade Der Tastatur bringt jetzt Sinn Denn eins wird Corpus und Leib Oh gebenedeites Weib * Nun spielt er Bolero Sie tanzt mit ihrem Hero Flamenco Bei jedem Dreh Steht er auf ihrem Zeh Der Tanga fliegt vom Po Begeistert klatscht das Publikum Doch sie ruft Silentium * Und auch das Klavier schweigt Als sie ihre Muschi zeigt Von vorn und inmitten Da kreuzt auf dem Steg Ein 40-Pfund-Model ihren Weg Du bist ja auch beschnitten Ach mein Silikon Ist schon lange auf und davon * Den G-Punkt verfeinern Klitoris verkleinern Das fehlende Hymen kein Problem Der Chirurg holt das Fett aus den Hüften Weiß manches geschickt zu liften Die Unschuld ist schön Wieder hergerichtet Auf die erste Nacht der Macho nicht verzichtet * Ihr Frauen am Klavier Dahinter und dafür Habt ihr sie nicht alle Um Würde gestritten Und nicht seit Jahrhunderten gelitten Damit ihr wieder tapst in die Falle Des Wahns diesmal der Designer Übrigens: so verunstaltet liebt euch eh keiner Auszug aus dem Gedichtband "Böhmische Polka/Cesky Polka", dt.-cz., im Geest Verlag, Vechta, 2005 Die alten Männer Einem tschechischen Jagdflieger gewidmet, den ich im Zug kennenlernte Die Unduldsamkeit Der alten Männer Macht die Zeit Sie läuft ihnen fort Wie ihr Einfluß Ihre Worte Nennen sie Wahrheit Und lassen keine Andere zu Schaun Sie das ist So und nicht anders Ist ihre Weisheit Die Bomben auf Dresden o.k. Und die Kinder Frage ich die Frauen Und Alten und Die Flüchtlinge Unzählig Ich bitte Sie Wie hätte der Krieg beendet Werden sollen Wir haben daraus Gelernt sage ich Und welche Möglichkeiten Gibt es für den Irak Gar keine Saddam ist wie Hitler Und die Kinder Frage ich die Frauen Und Alten und Die Flüchtlinge Unzählig Der alte Mann Nimmt ein Buch Über Jagdflieger Im Zweiten Weltkrieg Er muß seinen Vortrag vorbereiten Bald wird er Keine Zeit mehr haben Vorträge zu halten... Ich aber frage Weiter nach den Kindern, den Frauen Und Alten Den Flüchtlingen unzählig Veröffentlicht in: Die Brücke 147, 1/2008, Saarbrücken oder Eine deutsche Zählung Novizinnen Zum 9.11.1938 Für meine Mutter Anna Schwantner - geboren 4.4.1922 in Trautenau/Böhmen Hörst du Annele die Deutschen kommen Laß uns gucken gehen Was gibt's denn Louisa Zu gucken Wenn Deutsche kommen Sie kommen Mit Glanz Sie kommen mit Licht Annele Laß uns das sehn Aber dunkel ist es schon Louisa und wir sind Jung so viele Männer zu Nachtschlafender Zeit Das sind Deutsche Annele Deutsche Wie wir Die werden uns Nichts tun Was ist das Louisa Das Feuerbrausen Das gleißende Licht Der Rauch frißt Meine Stimme Dann schweige auch Du Annele und schau In das Feuer Das Licht in der Novembernacht Oh Louisa Da brennen Menschen Die Synagoge brennt Annele halte mich fest Auch ich frier Bei all diesem Lodern Verschwindet ihr Mädchen das ist nichts Für Euch Ein Bewaffneter schiebt Die Weinenden beiseite Geht heim und Wartet bis ihr Deutsche Mütter seid Dann werdet ihr Dank sagen An einem späteren Novembertag fällt eine Bombe Die für Dresden bestimmt war Auf Trautenau |